"Mehringplatz kein Kriminalitäts-Schwerpunkt"

Polizei informierte Anwohnerinnen und Anwohner bei der AG "Wohnen im Kiez"

Zu Beginn der Veranstaltung wurden in der Runde Themen gesammelt, die die Situation rund um den Mehringplatz betreffen. Dabei ging es u.a. um den Zuständigkeitsbereich der Polizei, um den Rauschgifthandel, um Jugendkriminalität, um die dunklen und z.T. schlecht einsehbaren Wege im Gebiet, auf denen sich insbesondere Frauen bedroht fühlen und um Trickbetrüger.

In Bezug auf die Zuständigkeitsbereiche der Polizei stellte Christian Domke klar, dass die Polizei nicht ohne konkreten Anlass privates Gelände betreten dürfe. Dies betreffe sowohl Häuser als auch Höfe. Sollten jedoch Anwohner*innen eine Straftat wie z.B. Rauschgifthandel beobachten, sollten sie die Polizei rufen, die daraufhin einschreiten könne. Wichtig, so Domke, seien Zeugenaussagen, in denen genaue Angaben gemacht würden. Das Parkhaus in der Franz-Klühs-Straße, auch bekannt als "Parkpalette", sei ebenfalls Privatgelände, weshalb die Polizei dort nur das Umfeld kontrolliere.

Generell, so der Präventionsbeauftragte weiter, sei die personelle Kapazität der Polizei beschränkt. Dies bedeute, dass man nicht ständig Präsenz zeigen oder einzelne Orte überwachen könne. Dies gelte auch für den U-Bahnhof Hallesches Tor. "Am besten ist es, wenn die Bürgerinnen und Bürger selbst eine Anzeige schalten. Dann muss sich die Polizei darum kümmern", so Domke.

Eine Anzeige könne man sowohl auf der Wache als auch online aufgeben. In dringenden Fällen sollten die Bürger*innen die 110 anrufen, in allen anderen Fällen den Abschnitt in der Friedrichstraße.

Direktion 5, Abschnitt 31
Friedrichstraße 219 (Nähe U-Bahnhof Kochstraße)
Tel.: (030) 4664 553 701 oder 4664 553 100 (Dienstgruppenleiter)
Internetwache. Anzeigen online schalten


Keine Zunahme von Straftaten
Das subjektive Empfinden vieler Anwohner*innen, dass die Kriminalität im Gebiet zugenommen habe, konnten die Polizisten empirisch nicht bestätigen. Es gebe zwar immer wieder Phasen, in denen mehr Straftaten verzeichnet würden, ein genereller Anstieg sei aber nicht zu belegen. "Eine Zu- oder Abnahme hängt von vielen Faktoren ab, z.B. auch vom Wetter. Im Winter passiert weniger als im Sommer, wo mehr Leute draußen unterwegs sind", so Markus Herrmann. Ein Kriminalitäts-Schwerpunkt sei der Mehringplatz jedenfalls nicht.

Bezüglich des Rauschgifthandels falle es der Polizei schwer, Straftäter zu überführen. Es werde zwar verdeckt ermittelt, "wir müssen aber sicher beweisen können, dass jemand gegen das Betäubungsmittelgesetz verstößt", so Domke. Allein zu beobachten, wie Geld und kleine Päckchen die Besitzer wechselten, reiche nicht aus.

Pöbeleien von Jugendlichen
Angesprochen auf Pöbeleien, die aus Gruppen junger Männer gegenüber Frauen gemacht würden, verwiesen die Polizisten ebenfalls auf ihre beschränkten Möglichkeiten. Solange keine Straftat angezeigt werde, könne man den Jugendlichen nicht verbieten, sich an bestimmten Plätzen aufzuhalten. Hier sei vor allem die Jugendsozialarbeit gefragt, auf die Jugendlichen einzuwirken. Domke betonte in diesem Zusammenhang die wichtige Rolle der Jugendeinrichtung KMAntenne im Gebiet, die Kontakt zu den Jugendlichen halte. Hier könnten aber auch die Anwohner*innen selbst etwas tun: "Gehen Sie in die KMAntenne und suchen Sie das Gespräch mit den Jugendlichen", so Domke.

Dunkle Wege im Kiez
Zu Vorsicht und besonnenem Handeln mahnten die Polizisten in Bezug auf die oft als bedrohlich empfundenen Wege im Kiez. Vor allem Frauen fühlen sich auf den dunklen und schlecht einsehbaren Wegen nicht sicher. Die Idee, sich mit Pfefferspray auszurüsten, um sich im Falle eines Angriffs verteidigen zu können, sei problematisch, so Herrmann. "Der Täter hat immer den zeitlichen Vorteil, dass er derjenige ist, der genau weiß, was als nächstes kommt. Die Opfer können dann nicht schnell genug reagieren. Und präventiv sprühen kann Körperverletzung sein", erklärte Markus Herrmann. Besser sei es, Wege nicht alleine zu gehen. Außerdem sei "die beste Selbstverteidigung wegzurennen." Darüber hinaus forderte Markus Domke die Anwesenden auf, eine Liste mit besonders dunklen und bedrohlichen Orten im Kiez zu erstellen, an denen die Polizei möglicherweise verstärkt Präsenz zeigen könne.

Trickbetrüger
Ein weiteres Thema, bei dem die Polizisten zu Vorsicht aufriefen, betraf die Trickbetrügereien, denen vor allem ältere Leute zum Opfer fallen. Hier sei es wichtig, nicht jedem die Haustür zu öffnen und im Zweifel die Polizei zu rufen. Dies betreffe genauso vermeintliche Handwerker, die etwas in der Wohnung kontrollieren möchten als auch Betrüger, die sich als Polizisten ausgeben. "Wenn Sie sich nicht sicher sind, rufen Sie auf der Wache an und fragen Sie, ob in ihrem Haus gerade ermittelt wird", so Christian Domke.

 

Start des goßen Malwettbewerbs zum Berliner Kinderkarneval der Kulturen 2018

Alle Kinder bis 12 Jahre sind aufgefordert, ihre Phantasien zur Biene zu Papier zu bringen (Malen, Zeichnen, Collagen kleben, Skulpturen basteln etc.) und an die Kreuzberger Musikalische
Aktion (KMA) per Post zu senden oder persönlich einzureichen.

Die Adresse lautet:
Kreuzberger Musikalische Aktion e.V. (KMA)
Betreff: „Biene“
Friedrichstr. 2 , 10969 Berlin-Kreuzberg
Einsendeschluss: Freitag, der 23. März 2018

Eine Jury begutachtet alle Einsendungen und nominiert die drei bis fünf Gewinnerbilder. Diese werden auf dem offiziellen Kinderkarnevals-Plakat abgedruckt. Für die besten Einreichungen
locken zusätzlich schöne Preise und in einer Ausstellung werden im April 2018 alle eingegangenen Kunstwerke gezeigt. Die Preisverleihung findet am Tag der Ausstellungseröffnung
mit einem bunten Kinderkulturprogramm statt.

Weitere Infos auf der Kika-Homepage: www.kma-kinderkarneval.de

Termine rund um den 22. Berliner Kinderkarneval der Kulturen:

  • Ausstellung der Bilder vom Malwettbewerb (mit Preisverleihung): April 2018
  • 22. Berliner Kinderkarneval der Kulturen (mit Umzug und Kinderfest): 19. Mai 2018, Pfingst-Sa.

Weitere Infos im Flyer

Einladung zur Quartiersratssitzung

Tagesordnung (Änderungen vorbehalten)

  1. Begrüßung, Beschlussfähigkeit, Protokoll
  2. Neues aus dem Kiez 10 Minuten für Ihre kiezbezogenen Infos
  3. Kurzvorstellung der wesentlichen Inhalte des Integrierten Handlungs- und Entwicklungskonzeptes als Grundlage der Arbeit des Quartiersrates
  4. Darstellung der laufenden Maßnahmen und Projektplanungen in dem Zusammenhang auch Erläuterungen zum Verfahren „Von der Idee zur Maßnahme“
  5. Sonstiges/Termine


Wenn Sie als Gast an der Quartiersratssitzung teilnehmen möchten, melden Sie sich bitte bis zum 3. Januar 2018, 12 Uhr, beim Vor-Ort-Team an!
Per Telefon: 030 399 332 43
Per E-Mail: info@qm-mehringplatz.de
Persönlich während der Bürozeiten (ACHTUNG: Aufgrund der Feiertage ist das Büro erst wieder ab dem 2. Januar 2018 besetzt.)


Wenn Sie zu einem Tagesordnungspunkt einen Redebeitrag beisteuern möchten, melden Sie auch diesen bis zur o.g. Frist unter Angabe des betreffenden Punktes an.


Mit freundlichen Grüßen
Ihr QM-Team

Konstituierende Sitzung des Quartiersrates - Künftig tagt das Gremium öffentlich!

Bei vielen Punkten einigten sich die Mitglieder auf bewährte Verfahren aus vorangegangenen Quartiersrats-Amtsperioden. Aber im Hinblick auf eine weitere Verbesserung der Transparenz und um das Interesse der Kiez-Bewohnerschaft für die Quartiersratsarbeit zu erhöhen, entschieden sich die Mitglieder mit großer Mehrheit dafür, in Zukunft in der Regel öffentlich zu tagen. Um die Sitzungen, die im kommenden Jahr jeweils am 2. Montag im Monat stattfinden werden, besser planen zu können, brachte ein Mitglied die Idee ein, dass sich interessierte Gäste im Vorfeld anmelden und in dem Zusammenhang auch bekunden, ob sie zu einem Tagesordnungspunkt der Sitzung einen Redebeitrag anmelden möchten. Als Anmeldefrist wurde der jeweilige Mittwoch vor dem Sitzungstag benannt. Das QM-Team nahm die Anregung gern auf und der Quartiersrat folgte dem Vorschlag mit großer Mehrheit.

In Zukunft kann man sich also am Mehringplatz darauf freuen, die Diskussionen der engagierten gewählten Quartiersratsmitglieder live zu verfolgen und wird auch die Ergebnisprotokolle auf der Homepage lesen können. Die erste Sitzung des neuen Jahres wird am 8. Januar 2018 um 18:30 Uhr stattfinden. Der Ort ist abhängig von der Teilnehmerzahl und wird rechtzeitig bekannt gegeben. Die Einladung finden Sie spätestens eine Woche vorab auf der QM-Homepage. Interessierte Gäste melden sich bitte (mit oder ohne Redebeitrag) bis zum 3. Januar 2018, 12:00 Uhr persönlich im Vor-Ort-Büro des QM (Friedrichstraße 1), telefonisch 030 -399 332 43 oder per Email an: info@qm-mehringplatz.de. Wir freuen uns auf Sie! Ihr QM-Team am Mehringplatz

Rattenaktion

Warum überhaupt Ratten bekämpfen?
Ratten sind seit jeher ein Teil der Großstadt und wohnen auch in unserem Kiez. Leider sind sie weit mehr als niedliche Nager, nein, sie sind gesundheitsgefährdende Schädlinge und daher ist ein Rattenbefall immer auch meldepflichtig beim Gesundheitsamt oder bei der Hausverwaltung. Schon seit Menschengedenken sind Ratten nämlich als Krankheitsüberträger unterwegs und tatsächlich spielt dieser Aspekt auch heute immer noch die größte Rolle. Ratten können bis zu 70 Krankheitserreger übertragen, darunter Borreliose, Salmonellen oder den Rattenbandwurm. Die Übertragung geschieht nur in den seltensten Fällen durch Bisse; häufiger sind Infektionen über den Urin und den Kot. Darüber hinaus nagen sich die Tiere erfolgreich durch die unterschiedlichsten Materialien, zerbeißen Plastiksäcke und Kabel.

 

Wie funktioniert der Kampf gegen Ratten?
Die Bekämpfung der sich schnell vermehrenden Tiere ist schwierig. Selbst gegen Gifte entwickeln sie Resistenzen. Ratten leben gut versteckt in der Kanalisation oder in Kellern, sie sind vorsichtig und anpassungsfähig. Kein Wunder also, dass die Tiere auch im Mehringkiez vorkommen.
Die beiden größten Hauseigentümer rund um den Mehringplatz, die EB-Group und die Gewobag, haben deshalb schon vor Jahren Spezial-Firmen damit beauftragt, die Ratten im Kiez zu bekämpfen. In der Regel geschieht dies durch Gift. "Wir legen Köder aus. Sowohl im Innenbereich der Häuser, vor allem in den Kellern, aber auch im Außenbereich", erklärt ein Mitarbeiter der Firma Schade, die für die Gewobag arbeitet. Die Köder werden in Behältern ausgelegt, um zu verhindern, dass Menschen mit ihnen in Kontakt kommen. Zusätzlich gibt es die sogenannte Kennzeichnungspflicht: die Stellen, an denen bekämpft wird sind mit signalroten Bändern und Aufklebern zu kenntlich zu machen. Einmal wöchentlich müssten die Behälter kontrolliert werden, erklärt der Mitarbeiter der Firma Schade weiter, um den Erfolg der Maßnahmen zu gewährleisten. Das Gift wirkt nicht sofort, sondern die Ratten werden Tag für Tag schwächer, vergleichbar mit einem schnellen Alterungsprozess. Zum Sterben ziehen sie sich dann in ihre Verstecke zurück. Würde das Gift sofort wirken, wären andere Ratten gewarnt und würden die Köder nicht mehr anrühren.
Die Bekämpfung erfolgt zum einen dauerhaft (auf dem Gebiet der EB-Group und im interkulturellen Kiezgarten), zum anderen akut und konzentriert an Stellen, wo der Rattenbefall sehr stark ist.

Die Mithilfe aller ist gefragt
Die Arbeit der Firmen reicht allerdings nicht aus, um die Ratten langfristig aus dem Kiez loszuwerden oder wenigstens deren Vorkommen zu reduzieren. Dazu ist die Mithilfe aller Bewohnerinnen und Bewohner nötig. Schwierig ist das nicht, es müssen lediglich ein paar einfache Regeln beachtet werden. So dürfen keine Essensreste irgendwo hingeworfen werden und die Mülltonnen sollten immer geschlossen bleiben. Wer Vogelfutter einfach auswirft, sollte daran denken, dass das Futter auch den Ratten schmeckt. Grundsätzlich gilt, dass Ratten nur dort anzutreffen sind, wo sie ein ausreichendes Nahrungsangebot vorfinden.
Eine weithin unbekannte Vorsichtsmaßnahme bezieht sich auf das Innere jeder Wohnung: Viele Menschen spülen Essensreste gerne die Toilette hinunter. Die Ratten werden dadurch angelockt und verfolgen den Weg der Essensreste zurück. Weil die Tiere gut klettern können, besteht die Möglichkeit, dass irgendwann eine Ratte durch die Kloschüssel in die Wohnung dringt.
Zu guter Letzt sollte man den Ratten keine Nistmöglichkeiten bieten. Zugerümpelte Balkone oder Keller sind bei Ratten beliebt, weil es dort warm und dunkel ist. Regelmäßiges Entrümpeln beugt also Rattenbefall vor, zumal man eh alles wegwerfen muss, wenn die Ratten erst einmal da gewesen sind.

 

Weiteres Treffen geplant
Um die Bekämpfung der Ratten im Mehringkiez weiter zu optimieren, ist nun ein weiteres Treffen der Beteiligten geplant. Dort soll auch besprochen werden, wie die Firmen bei der Bekämpfung der Ratten zusammenarbeiten können. Dies betrifft vor allem Bereiche, in denen der Rattenbefall akut bekämpft wird. Das Quartiersmanagement wird rechtzeitig über das Treffen informieren. Wer weitere Informationen benötigt kann sich gerne an das Vor-Ort-Büro in der  Friedrichstraße 1 wenden.

Hohe Beteiligung bei der Wahl zum Quartiersrat und zur Aktionsfondsjury

Nach der Begrüßung stellten sich die Kandidatinnen und Kandidaten kurz vor, erläuterten ihre Gründe und Ziele für die Mitarbeit in den Gremien. Danach wurde gewählt. Jede Kandidatin und jeder Kandidat musste mindestens 20 Prozent der 108 abgegebenen Stimmen erhalten, um in eines der beiden Gremien gewählt zu werden. Von den 18 Bewohnerinnen und Bewohnern, die für den Quartiersrat kandidierten, erhielten 16 die nötigen Stimmen, von den zehn Kandidatinnen und Kandidaten für die Aktionsfondsjury waren es sechs.
Ralf Hirsch, in der Senatsverwaltung für Stadtentwicklung und Wohnen zuständig für den Mehringplatz, zeigte sich zum Abschluss der Veranstaltung beeindruckt von der hohen Wahlbeteiligung. Dies sei keine Selbstverständlichkeit in einem Quartiersmanagementgebiet.

Das Team des Quartiersmanagements Mehringplatz bedankte sich ausdrücklich bei allen, die sich an der Wahl beteiligten und insbesondere bei der Familie Rissmann, Herrn Hüttmann und Herrn Tändler für das gewissenhafte Auszählen der Stimmen.

 

Die Ergebnisse der Wahl

Gewählt wurde in geheimer Abstimmung. Jede Kandidatin und jeder Kandidat musste mindestens 20 Prozent der abgegebenen Stimmen erhalten, um in eines der beiden Gremien gewählt zu werden. Insgesamt beteiligten sich 108 Bewohnerinnen und Bewohner an der Wahl; 22 Ja-Stimmen waren folglich nötig, um gewählt zu werden.

Die Kandidatinnen und Kandidaten, die in den Quartiersrat gewählt wurden (in Klammern die Ja-Stimmen):
Margit Boé (61), Bogunila Dziezyc (31), Nuren El-Sheik (25), Najah El-Yafi (28), Claudio Gerschau (26), Lena Grass (41), Erika Grothe (39), Vanessa Grothe (51), Camilo Gutierrez Rodriguez (31), Carsten Hönig (45), Yvonne Kevin (38), Ilona Sommerlad (38), Bernd Surkau (48), Wulfhild Sydow (48), Christina Thiel  (48) und Hans Rudolf Tosch (43).
Nicht genügend Stimmen erhielten Nurettin Gündüz (19) und Marenka Krasomil (21).

In die Aktionsfondsjury wurden folgende Kandidatinnen und Kandidaten gewählt (in Klammern die Ja-Stimmen):
Nadja Abdul-Al (24), Malek Cambudate (29), Zena El-Diab (23), Heino Kubacki (54), Helena Polat (39) und Nazia Razzaq (32).
Nicht genügend Stimmen erhielten Selda Capkun (21), Esra Dardour (19), Rola Diab (16) und Abeer Jaber (18).

Speed-Dating beim Quartiersrat

Nach dem Essen wurden in wechselnder Reihenfolge zwei Mitglieder des Quartiersrates oder des Quartiersmanagements auf eine Couch gebeten, um sich zu befragen. Eine Person stellte die Fragen und nach drei Minuten - Quartiersmanagerin Candy Hartmann stoppte die Zeit - kam die Nächste auf die Couch und wurde von der Person befragt, die vorher an der Reihe war. In den Fragen ging es um die Erfahrungen, Kritikpunkte und Wünsche, die sich in den letzten zwei Jahren angesammelt hatten: Was hat die Arbeit im Quartiersrat gebracht, welche Aktionen sind in Erinnerung geblieben, welche Themen lagen einem am Herzen, was hat sich positiv entwickelt und was sollte sich im Kiez ändern?

Hans Rudolf Tosch und Ilona Sommerlad wünschten sich, dass der Mehringplatz wieder so werde, wie er früher einmal war. Einig waren sich alle Befragten darin, dass vor allem die langanhaltende Baustellen-Situation problematisch sei und die positive Entwicklung des Platzes bremse. In der Vergangenheit sei zwar Geld investiert worden, sichtbar verbessert habe sich aber nur wenig. Quartiersrat Bernd Surkau: "Zehn Jahre Baustelle reichen. Ich bin ja nicht mehr der Jüngste, aber möchte das Ende der Bauarbeiten noch aufrecht erleben." Quartiersrätin Vanessa Grothe äußerte die Hoffnung, dass der Platz in Zukunft heller und sauberer werde, "damit man wieder gerne nach draußen geht und sich dort wohlfühlt."

Angesprochen auf die Wirksamkeit der Quartiersarbeit verwies Wolfhard Schulze von der KMAntenne auf die Projekte und Förderungen, die der Kinder- und Jugendarbeit zugutekämen. Nach wie vor sei die Situation für die Kinder und Jugendlichen im Kiez schwierig, aber die Angebote könnten dabei helfen, sie in die Gesellschaft zu integrieren und den Kiez dadurch dauerhaft lebenswert zu machen. Rückschritte, so Schulz, habe es keine gegeben, die Menschen würden sich mit ihrem Kiez identifizieren: "Auch wenn sich Bewohner*innen beschweren, bedeutet das, dass sie Druck ausüben, damit es besser wird." Zielsetzung müsse sein, dass alle hier wohnen bleiben könnten.

Carsten Hönig lobte zwar auch die Investitionen in die Kinder- und Jugendangebote, wünschte sich aber eine stärkere Förderung der Angebote für Senioren: "Wir haben den alten Menschen so viel zu verdanken. Wir müssen ihnen etwas zurückgeben."

Die Arbeit im Quartiersrat beurteilten die Befragten überwiegend positiv. Die Zusammenarbeit sei gut, es werde konstruktiv diskutiert. Carsten Hönig kritisierte allerdings, dass nicht alle, die gewählt wurden, kontinuierlich an den Sitzungen teilnehmen würden.

Nadja El-Yafi betonte, dass man durch die gemeinsame Arbeit im Quartiersrat die Entwicklung des Kiezes ein Stück weit in der Hand habe und mitbestimmen könne, was gemacht werden soll. Ähnlich sah es auch Nuren El-Sheikh: "Mich motiviert, dass ich Präsenz zeigen kann und nicht immer andere Leute für mich entscheiden. Ich fühle mich zudem als Sprachrohr der Menschen mit Migrationshintergrund und kann im Quartiersrat ihre Belange vertreten."

Als erfolgreiches Beispiel für ein gelungenes Projekt nannte Nuren El-Sheikh insbesondere das gemeinsame Fastenbrechen: "Da saßen Menschen aus allen möglichen Nationen an einem Tisch. Mich hat berührt, den Gebetsruf einmal hier im Kiez zu hören und das mit allen gemeinsam zu erleben."

Das Fastenbrechen wurde auch von Quartiersmanagerin Candy Hartmann hervorgehoben: "Die gemeinsame Feier in dem wunderbaren interkulturellen Kiezgarten hat gezeigt, wie hier im Quartier eine feierliche harmonische Atmosphäre mit der Nachbarschaft entstehen kann." Für die Zukunft wünschte sich Candy Hartmann noch mehr Selbstbewusstsein der Bewohner*innen: "Wir sind nicht das Ende, sondern der Anfang der Friedrichstraße. Wir sind die Friedrichstraße Nr. 1!"

Ansprache des Bezirksstadtrates Florian Schmidt

Sehr geehrte Anwohnerinnen und Anwohner,

Sie wohnen in einem von fünf Quartiersmanagementgebieten des Bezirkes Friedrichshain-Kreuzberg.In Ihrem Kiez werden demnächst die beiden Bewohnergremien Quartiersrat und Aktionsfondsjury neu gewählt.

Der Quartiersrat ist die Interessenvertretung der Kiezbewohnerschaft. Er setzt sich aus Bewohnerinnen und Bewohnern sowie Institutionen aus dem jeweiligen Gebiet zusammen. Gemeinsam erarbeiten sie die Schwerpunkte der Quartiersentwicklung und entscheiden über den Einsatz der Gelder aus dem Projektfonds.

Die Aktionsfondsjury setzt sich aus Bewohnerinnen und Bewohnern zusammen und entscheidet über die Verwendung von Mitteln des Aktionsfonds. Mit diesen können Aktionen aus der Bürgerschaft für den Kiez finanziell unterstützt werden.

Als zuständiger Stadtrat für den Bereich Quartiersmanagement unterstütze ich diese Form der Bürgerbeteiligung ausdrücklich und möchte Sie im Namen des Bezirkes einladen, an der Wahl der Bewohnergremien teilzunehmen: Wählen Sie Ihre Vertreterinnen und Vertreter und sichern Sie dadurch die Stimme der Bewohnerschaft im Verfahren des Quartiersmanagements!

Nähere Informationen zur Wahlveranstaltung sowie weiteren Beteiligungsmöglichkeiten erhalten Sie beim Team Ihres Quartiersmanagements.

Mit freundlichen Grüßen,
Florian Schmidt

Vorstellung des IHEK - Bürgerversammlung in der Kiezstube

Ralf Hirsch von der Senatsverwaltung für Stadtentwicklung und Wohnen beschrieb in seiner Eröffnungsrede, worum es auf der Veranstaltung gehen soll: dass das IHEK durch praktische Beispiele mit Leben gefüllt wird. Quartiersmanagerin Candy Hartmann wies in ihrer Begrüßungsrede darauf hin, dass das QM zwar nicht alle Probleme der Menschen im Kiez lösen könne, dass es aber Partner zusammenbringen und Ressourcen bündeln könne: "Unsere Aufgabe ist es nicht, Wohnungen zu vermitteln. Auch können wir nicht jemandem eine Arbeitsstelle zur Verfügung stellen", so Hartmann, "wir können aber durch Projekte nachhaltig die Strukturen im Kiez verbessern."
Anschließend stellte das QM-Team die fünf wichtigsten Handlungsfelder der QM-Arbeit vor: Bildung, Öffentlicher Raum, Gewerbe, Nachbarschaft und Beteiligung. Welche Pläne das QM in den einzelnen Bereichen verfolgt, können Sie hier im IHEK (verlinken) nachlesen.
Nach der Vorstellung des IHEKs durch das QM gab es eine kurze Pause am sehr leckeren kalten Buffet. In der zweiten Hälfte des Abends lud das QM die Gäste dazu ein, an drei runden Tischen einzelne Themenfelder zu diskutieren und Ideen einzubringen.

 

 

Marie-Juchacz-Denkmal eingeweiht

Bild: AWO, MJS

Die Feierstunde eröffnete Wilhelm Schmidt (Präsident der AWO), der auf das Wirken Marie Juchacz (1879 - 1956) einging und einen Abriss von der Idee des Denkmals bis zur heutigen Einweihung zeichnete.

Die konkreten Planungen zum Denkmal begannen bereits im Mai 2015 und erfolgten in enger Zusammenarbeit mit dem Bezirksamt Friedrichshain-Kreuzberg. Die Auswahl des Standortes fiel auf die Grünfläche an der Gitschiner Straße, um eine Nähe zu den ehemaligen Wirkungsstätten Marie Juchacz in der damaligen Lindenstraße 2-4 (ehem. Sitz der AWO) und am historischen Belle-Allicance-Platz, dem heutigen Mehringplatz (ehem. Sitz der Wohlfahrtsschule) herzustellen.

Neben dem Künstler Gerd Winner, der das Denkmal entwarf und gestaltete, zählte u.a. auch Andreas Geisel, Senator für Inneres und Sport, zu den Gästen der Einweihung. Wie seine Vorredner schlug auch Geisel einen Bogen vom Schaffen Marie Juchacz in die heutige Zeit. Marie Juchacz setzte sich für das Ziel einer sozial gerechten Gesellschaft ein, das nach wie vor nicht an Bedeutung verloren hat. „Berlin braucht Menschen wie Marie Juchacz, die sich für andere einsetzen.“, sagte Geisel und betonte die Wichtigkeit ehrenamtlichen Engagements, das weiter aufgewertet werden müsse.

Weitere Informationen zu Marie Juchacz: https://www.awo.org/ueber-uns/awo-historie/personen/marie-juchacz.

"Milieuschutz ist ein scharfes Schwert"

In den sozialen Erhaltungsgebieten bedarf der Rückbau, die Änderung oder die Nutzungsänderung baulicher Anlagen einer Genehmigung des Bezirks. Dazu gehören z.B. bestimmte Modernisierungsmaßnahmen, die Zusammenlegung von Wohnungen oder deren Umwandlung in Eigentumswohnungen. So kann die Umwandlung untersagt werden, wenn Häuser dafür entmietet und anschließend teuer saniert werden. Außerdem sind Eigentümer in Milieuschutzgebieten verpflichtet, innerhalb von sieben Jahren ab der Begründung von Wohnungseigentum Wohnungen nur an die Mieter zu veräußern.

Das Instrument Milieuschutz wurde in der Vergangenheit oft als wirkungsschwach kritisiert. Das Gebiet rund um den Helmholtzplatz im Prenzlauer Berg ist beispielsweise schon seit Längerem soziales Erhaltungsgebiet und trotzdem dominieren dort mittlerweile überwiegend einkommensstarke Haushalte und die Angebotsmieten liegen weit über dem Berliner Durchschnitt.

Um Klarheit über die Wirksamkeit des Milieuschutzes zu bekommen, hat der Bezirk Friedrichshain-Kreuzberg eine Untersuchung des städtebaulichen Instruments in Auftrag gegeben. Die Ergebnisse der Untersuchung wurden am Donnerstag, 22.06.2017 von Baustadtrat Florian Schmidt in der Bauhütte im Besselpark vorgestellt. Die Auswertung belege, so Schmidt, dass die Anwendung des erhaltungsrechtlichen Instrumentariums Wirkung zeige: "In letzter Zeit wurde der Milieuschutz als stumpfes Schwert bezeichnet. Jetzt können wir nachweisen, wie scharf das Schwert Milieuschutz in Friedrichshain-Kreuzberg eingesetzt wird. Dabei greifen der konsequente Einsatz von Modernisierungsuntersagung, das Vorkaufsrecht und der Ausbau der Milieuschutzgebiete ineinander."

Gemeinsam feiern: Fastenbrechen 2017

Wer vor der Betonfassade des Inti-Hauses in der Friedrichstraße 1 stand, konnte sich nicht im Traum ausmalen, welch märchenhaftes Bild sich dahinter verbergen würde. In dem weitläufigen Garten standen unter den Bäumen lange, weiß gedeckte und mit Blumen geschmückte Tischreihen, darüber hingen Lichter und Lampions. Am südlichen Ende des Gartens hatte der Orientexpress Berlin e.V. für die Musiker ein orientalisches Zelt aufgebaut und mit Teppichen ausgelegt. Die Atmosphäre des Ortes war feierlich und einladend zugleich.

Schon früh am Abend kamen Frauen, Kinder und Männer aus der Nachbarschaft, um später gemeinsam das Fasten zu brechen. Zu den Gästen zählten nicht nur Muslime, sondern auch Christen und Menschen, die sich keiner Religion zugehörig fühlen. "Wir sind alle hier, um voneinander zu lernen. Das Wichtigste ist, dass sich die Religionen treffen, miteinander ins Gespräch kommen und gemeinsam eine Botschaft der Demokratie und Toleranz aussenden", so Wolfhard Schulze, Vorstand der KMA e.V.

Neben Schulze begrüßten Wafaa Khattab vom Quartiersmanagement, Ralf Hirsch von der Senatsverwaltung für Stadtentwicklung und Wohnen sowie die Kreuzberger Bezirksstadträtin Clara Herrmann die Gäste. Hirsch dankte vor allem der ehemaligen Bezirksstadträtin Jana Borkamp, die ebenfalls der Einladung gefolgt war und sich im letzten Jahr für die Fortsetzung des Fastenbrechens im Mehringkiez eingesetzt hatte.

Nach den Begrüßungsreden spielte das wunderbare Ensemble Mavimakam aus dem türkischen Konservatorium und anschließend der aus Syrien stammende Musiker Abdelkadir Asli. Er war es auch, der gegen 21.30 Uhr das Gebet sang, mit dem das Fasten gebrochen wurde. Danach begann der kulinarische Teil des Abends: Jugendliche aus der KMA verteilten Essen und Getränke an die vielen Gäste, die das Fasten gemeinsam traditionell mit Wasser und Datteln brachen und sich nachfolgend die in der Küche frisch zubereiteten Köstlichkeiten schmecken ließen.

Wie schon im letzten Jahr zeigte sich, dass das Fastenbrechen im Mehringkiez ein hervorragender Anlass ist, zu dem Menschen unterschiedlicher Herkunft und religiöser Überzeugung friedlich zusammenkommen und gemeinsam feiern. Das sah auch der rbb so: Ein Kamera-Team begleitete den gesamten Abend und drehte zwei Live-Berichte für die Abendschau.


 

 

 

 

 

Ausstellung auf dem Bauzaun der BVG in der Friedrichstraße

Bild: Stadtkontor


Die Baustelle in der Fußgängerzone
Nachdem die Arbeiten auf dem Mehringplatz selbst weitgehend abgeschlossen waren und die BVG-Baustelle nordwärts in die Fußgängerzone gezogen ist, stellte sich erneut die Frage, wie mit der Gestaltung des Bauzauns umzugehen sei. Von vielen Seiten wurde der Wunsch geäußert, die triste Baustellenumzäunung künstlerisch zu gestalten. Die BVG stellte in Aussicht, die Verschönerung der Bretterplatten zu finanzieren. Da diese von der BVG nur gemietet wurden, ist eine direkte Bemalung allerdings nicht möglich. Nach intensiven Diskussionen haben sich die Beteiligten - BVG, Sanierungsbeauftragte, Bezirksamt und QM – daher auf eine Ausstellung mit Bildtafeln verständigt.

Ausstellungsfläche im öffentlichen Raum
Die Bauzaunausstellung befindet sich derzeit in der Vorbereitung, die federführend von den Sanierungsbeauftragten „Stadtkontor“ übernommen wurde. Mehr als 30 Akteure aus dem Sanierungsgebiet wurden von "Stadtkontor" kontaktiert und eingeladen, sich auf den Bauzäunen vorzustellen, um das Quartier mit seinen unterschiedlichen Facetten, Qualitäten und Akteuren abzubilden. Unter diesen Akteuren sind unter anderem lokale Initiativen, Bildungs- und Sozialeinrichtungen, aber auch Bauherren oder ortsansässige Institutionen. Zudem sollen Gewerbetreibende aus dem Sanierungsgebiet portraitiert werden. Ebenso wird daran gearbeitet, das Sanierungsgebiet mit seinen Projekten, Planungen und Bauvorhaben vorzustellen. Von einigen Akteuren liegen bereits Bilder und kurze Vorstellungstexte vor, sodass mit dem Layout begonnen werden konnte.

 

 

Nachbarschaftsfest "Tanz im Mai"

"Wir haben die Leute direkt angesprochen, ob sie mitmachen und etwas zum Fest beitragen wollen", erzählt Frau Tändler, die seit 42 Jahren am Mehringplatz wohnt und zum Organisationskomitee gehörte.

Direkt vor dem Café hatten Anwohnerinnen und Anwohner Tische aufgestellt, auf denen kleine Kuchen, Salate, Gegrilltes und Paella angeboten wurde. Die Frauen und Männer besorgten auf eigene Kosten die Zutaten und verkauften das Essen zum Selbstkostenpreis. Wichtig war dem Organisationsteam vor allem, dass die Menschen durch das Fest miteinander ins Gespräch kommen. Die offene und freundliche Atmosphäre auf dem Nachbarschaftsfest bildete hierfür eine gute Basis. Man saß entspannt auf Stühlen und Bänken, unterhielt sich und versorgte sich immer wieder mit Nachschub von den Essensständen. Der Unterhaltungsteil wurde dann am späten Nachmittag von der Chansonniere Tina Cheval mit "Griechischer Wein" eröffnet, anschließend gab es Karaoke mit erstaunlich guten Beiträgen. Entgegen der Vorhersage spielte sogar das Wetter mit: Es nieselte nur kurz, ansonsten blieb es trocken und später kam sogar die Sonne heraus.

Fotos: M. Hühn